Konzepterstellung Schulbegleithund

Nach wiktionary.org (06.10.2017) ist ein Konzept ein „formuliertes Gedankengerüst von etwas“, in diesem Fall vom Einsatz von Hunden in der Schule.

Eine wichtige Frage dabei ist immer, für wen schreibe ich das Konzept?
Für
– mich selber zur allgemeinen Strukturierung …
– für die Schulleitung bzw. das Schulprogramm …
– die obere Schulaufsicht …
– für interessierte Eltern …
– für die Schüler …
– ….

Denn je nach Adressat muss es unterschiedlich in der Sprache und den Inhalten formuliert werden! Das Konzept muss so verfasst sein, dass es den Adressaten auf seinem Wissensstand abholt und ihn entsprechend über den Einsatz von einem bestimmten Hund an einer bestimmten Schule informiert. Dies beinhaltet natürlich auch den unterschiedlichen Umfang eines Konzeptes.

Der Satz „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!“ trifft es aus unserer Sicht sehr gut. Es geht nicht um ein viele Seiten umfassendes Konzept, sondern um ein Konzept, das sich auf wichtige Schwerpunkte für den Adressaten konzentriert.

Ein Konzept muss so geschaffen sein, dass es die angesprochenen Menschen interessiert, informiert und überzeugt. Die Professionalität des Schulhund-Besitzers muss deutlich werden!

Wird das Konzept zum Einsatz von Hunden in der Schule für das Schulprogramm/Qualitätsprogramm verfasst, so muss es auch dem speziellen Profil der Schule und den anderen Konzepten dort in Form und Umfang angepasst werden.

Individuell in Bezug auf das Mensch-Hund-Team muss es dann in personeller, finanzieller, organisatorischer und  pädagogischer Hinsicht mit Leben gefüllt werden.

Laien stellen sich allgemein zuerst folgende Fragen:

  • Weshalb wird der Hund hier in der Schule eingesetzt?
  • Welche Aus-/Weiterbildung haben die Pädagogin und der Hund?
  • Wie werden die Schüler vor Unfällen mit dem Hund geschützt?

Die Qualifikation des Schulhund-Teams ist ebenso wichtig, wie der i.d.R. ehrenamtliche Einsatz des Hundes, die Rahmenbedingungen in der Schule und die rechtlichen, hygienischen und tierschutzrelevanten Voraussetzungen. Aufgestellte Regeln für die Schüler veranschaulichen z.B. sehr gut den Ansatz der Hundegestützten Pädagogik.

Es geht aus unserer Sicht nicht um eine allgemeine Aufzählung, was ein Schulhund theoretisch alles bewirken könnte. Es sollen spezielle und konkrete Ziele formuliert werden, was mit diesem Schulhund bei diesem Schülerklientel in dem vorgegebenen Zeitumfang angestrebt wird. Siehe dazu auch das Formular eines Schulhundkonzeptes des Arbeitskreises  Schulhund RLP Formular Schulhundkonzept

Bei einem qualifizierten Einsatz eines Hundes in der Schule ist die Dokumentation ebenso wichtig, wie die regelmäßige Evaluation. Gerade im Schulbereich bietet sich diese zum Ende jedes Schuljahres an. Ute Waschulewski hat sich in ihrem Aufsatz „Wie kommt das Tier ins Inventar? Oder: Von den Schwierigkeiten der Dokumentation und Evaluation tiergestützter Interventionen im Bereich Schule“ einige Gedanken dazu gemacht. (Sonderpädagogische Förderung heute 3/2015 S. 269 – S. 295)

Der Verein „Qualitätsnetzwerk Schulbegleithunde“ wird zukünftig Mitgliedern kostenlos ein Schulhund – Logbuch zur Dokumentation und Evaluation zur Verfügung stellen.

Am Schuljahresanfang sollte dann natürlich jedes Konzept noch einmal überprüft und in der Regel überarbeitet werden. Durch den geänderten Stundenplan und ggf. dem Einsatz in anderen Klassen ergeben sich häufig andere Einsatzschwerpunkte. Und natürlich spielt das veränderte Alter des Hundes und ggf. der Schüler immer auch eine Rolle.

Der von Dr. Rainer Wohlfarth und Prof. Dr. Erhard Olbrich 2014 entwickelte Leitfaden zur „Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in der Praxis der tiergestützten Interventionen“ greift noch einmal viele Aspekte in diesem Bereich auf, die zum großen Teil auch für den qualifizierten Einsatz von Schulhunden gelten sollten.