Ethik im Hundetraining

Eine Stellungname von unserem Vereinsmitglied Kirsten Berger, die dem Ansatz unseres Vereins entspricht…

Ich habe im Laufe meiner 18-jährigen Tätigkeit als Trainerin für mich persönlich eine klare Haltung zur Ausbildung und zum Umgang mit Hunden gefunden. Die Grundsteine wurden schon früh zu Beginn meiner Tätigkeit Richtung „positives Training“ gelegt – aber dennoch ist es ein fortlaufender Prozess gewesen.

Ein wertschätzender Umgang mit Mensch und Hund ist mir dabei sehr wichtig. Die Bedürfnisse beider Seiten müssen berücksichtigt werden und dementsprechend sollten Trainingsanleitungen im Rahmen der Möglichkeiten aller Beteiligten ausgesprochen werden.

Hunde sollten selbstständig agieren und entscheiden können, soweit dies sinnvoll im Alltag möglich ist. Dabei sollten sie in Situationen, in denen es notwendig und angebracht ist, immer auf die Unterstützung, die Anleitung und den Rückhalt ihrer Menschen zurückgreifen können. Ein Aufbau klarer und sicherer Signale ist ebenso wichtig für die Sicherheit und das Wohlbefinden eines Hundes, wie die Anleitung zur Selbstständigkeit.

Training sollte auf Basis positiver Verstärkung stattfinden – wohl wissend um alle Facetten, die ich zwangsläufig dabei mit im Boot habe.

Das Leben mit Hunden ist nicht „schwarz-weiß“ und daher sollte es auch nicht der Blickwinkel eines Trainers sein.

Ein paar zusätzliche Infos und Hintergründe zu meinen Grundsätzen im Training & Einsatz eines Hundes findet ihr bei Interesse auf meiner Website:
https://1520535847.jimdo.com/ethik/

Grafik von Behavior Works, www.behaviorworks.org, copyright 2013 © Friedman, Fritzler

Anerkennung von Schulbegleithunden / Therapiehunden beim Finanzamt

In der letzten Zeit gab es drei bekannt gewordene Gerichtsurteile zur Anerkennung von Schulbegleithunden / Therapiehunden beim Finanzamt mit unterschiedlichen Ergebnissen. Endgültige Entscheidungen stehen überwiegend noch aus. Es bleibt also spannend!

Vielen Dank an die KollegInnen, die für uns alle einen jahrelangen Rechtsstreit führen!!

Am 12. März 2018 hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz die Auffassung vertreten, dass die zur Hälfte beantragte Anerkennung der Kosten (insgesamt ca. 900,-€) für einen Schulhund für das Jahr 2013 nicht gegeben sei, da der Hund kein Arbeitsmittel im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EstG sei und eine Aufteilung der Kosten  aufgrund der Mischnutzung (privat und beruflich) nicht möglich sei. www.landesrecht.rlp.de

Am 14. September 2018 war das Finanzgericht Düsseldorf  (AZ: 1 K 2144/17 E) anderer Meinung. Sie zählten einen Schulhund zum Arbeitsmittel, da ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur Förderung des Berufs getätigt werden. Wenn weder überwiegend berufliche noch überwiegend private Nutzungen festgestellt werden können, so ist ein Werbungskostenabzug in Höhe von 50% der angefallenen Kosten sachgerecht.

Die Entscheidung ist aber nicht rechtskräftig, da die Revision vom Finanzgericht zugelassene wurde und unter dem Aktenzeichen VI R 52/18 anhängig ist. www.justiz.nrw.de

Das Finanzgericht Münster war am 14. März 2019 (10 K 2852/18 E) ebenfalls der Auffassung, dass die Aufwendungen für eine Therapiehündin, die an einer Realschule eingesetzt wird, teilweise als Werbungskosten zu berücksichtigen sind, da die Aufwendungen im Grundsatz beruflich veranlasst gewesen seien. Der Hund diene der Erledigung dienstlicher Aufgaben der Klägerin und werde im Rahmen eines von der Schulkonferenz beschlossenen Programms an den Unterrichtstagen der Klägerin eingesetzt. Der Therapiehund sei aber nicht ausschließlich beruflich „im Einsatz“, sondern auch in intensiver Weise Bestandteil des Privatlebens der Klägerin. Die Aufwendungen seien deshalb nach dem zeitlichen Anteil der beruflichen und privaten „Verwendung“ des Therapiehundes aufzuteilen.
Der Senat hat auch hier die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. www.sis-verlag.de